Heute morgen war die Ansage: Lange Klamotten und Wanderschuhe – es geht in den Urwald. Wir sind ca 4h über fast unsichtbare Wege durch den sekundären und primären Wald gelaufen. Nahe des Flusses sind die Bäume noch kleiner weil alles immer mal wieder überflutet wird. An den Bäumen kann man sehen, wie hoch das Wasser in der Regenzeit steigt.Dann geht es weiter in den primären Wald – hier wird der Boden nicht überflutet und alles sieht anders aus. Vereinzelt riesige Bäume, wilde Bananen (da ist natürlich ein Zaun drum, damit sie nicht angreifen), Palmen und allerlei grünes Gestrüpp unterschiedlichster Art (die Biologen unter den Lesern mögen mit verzeihen). Der Guide kennt sich wirklich aus, erklärt alles mögliche und bastelt eine Schlinge aus einer Pflanzenfaser um eine Vogelspinne zu fangen und anschliessend unversehrt wieder freizulassen.

Wir lernen wie man mit ein paar zerriebenen Ameisen ein wirksames Mittel gegen Mücken einfach so wie am Selbstbedienungsspender findet oder aus einer Wasserliane sein Trinkwasser bezieht. Letzteres wird nicht ausprobiert, weil die Liane dabei kaputt geht und wir sind ja hier auf einer Ökolodge da wird nicht sinnlos zerstört. Das beim Zerreiben einige tausend Miniameisen zu einem Djungeldeo auf der Haut zerrieben werden sollte der Ameisenstaat verkraften. Und den Vorteil des Naturproduktes mit Anti Mückenwirkung erkauft man sich mit einem sehr natürlichen Duft. Man riecht ziemlich nach Ameisenmatsche und Wald. So passt man sich voll und ganz der Umgebung an. Jäger tun das auch um von den Tieren nicht gewittert zu werden. Ob sie vor dem Heimkommen im Amazonas baden damit die Frau sie überhaupt wieder ins Haus lässt wurde nicht weiter erörtert.

In einer kleinen Kokosnuss findet sich eine Larve, die sich nur von Kokosmilch ernährt und deswegen auch so schmeckt. Ansonsten ist sie natürlich sehr proteinreich. Da überlege ich nicht lange – lecker das Teil. Und gesund. Fast wie Bounty ohne Schokolade. Nur zum Öffnen braucht des das hiesige Universalwerkzeug – die Machete. Wer will kann so ein frisches Urwaldbounty probieren.
Aus einem Palmblatt kann man sich auch schnell ein Seil als Kletterhilfe drehen um einer Palme die Kokosnüsse abzutrotzen. Hab´s probier, ich ziehe da die Lösungen der Firma Stihl vor um die Kokosnüsse auf den Boden zu holen. Das Klettern ist sauschwer.


Bullenameise – zielich groß und schmerzhaft wenn sie beisst
Ohne Machete kein Durchkommen. Hier ist allerdings ein Trampelpfad.



Die Palme verhindert ganz wirksam das man an ihr hochklettert um ihr an die Nüsse zu gehen.
Die Programmansage für heute nachmittag haben wir verpasst – irgendwas mit fischen… – lassen wir uns überraschen.
Es ging zum Piranha-Fischen….
Sehr spannend, aber kein Sport für mich. Ich habe die Viecher eher gefüttert, als dass sie mir an den Haken gingen – davon Leben könnten wir also nicht. Trotzdem eine witzige Angelegenheit. Ein Rohrstock mit einer Nylon-Schnur und Haken dran. Daran wird dann ein kleines Stück rohes Beef aufgesteckt und ins Wasser gehängt, noch etwas mit dem Rohrstock das Wasser aufpeitschen und warten. Lange dauert es aber nicht, bis etwas an der Schnur zuppelt und dann bleibt hoffentlich ein Fisch dran hängen. Nachdem mir ein Piranha zwei mal vom Haken gesprungen ist, hatte ich von mind. 15 Versuchen zum Schluss doch einen an der Angel, aber der durfte dann weiterschwimmen, weil er zu klein war. Naja, Marco hatte zum Glück eine größere Ausbeute, so dass wir uns unser Abendessen verdient hatten – auch wenn es keinen Fisch gab.
