Meeting of the Waters
Hier fliesst das kältere und saurere Wasser des Rio Negro in den wärmeren Amazonas. Wegen der unterschiedlichen Temperatur und Dichte vermischt sich das Wasser auf einer Länge von ca 15km nicht. Die unterschiedliche Farbe des Wassers (mitgeführtes Sediment) zieht auf dem Wasser eine ziemlich deutliche Grenze.
Offroad Bus
Auf der anderen Seite angekommen steigen wir in einen Bus um. Ein ziemlich abgerockter 13 sitziger Reisebus, dessen Tür mit einem Seil zugehalten wird, weil die Schweissnaht der Verriegelungsstange gebrochen ist. Der Grund dafür erschliesst sich später, als wir nach einer Asphaltpiste auf eine Buschpiste abbiegen, die man eigentlich nicht in diesem Tempo mit einem Bus befährt. Jedenfalls nach Deutschen Masstäben. Eine Geländewagen ist hier nicht eine übertriebene Wahl. Über die Stossdämpfer habe ich nicht weiter nachgedacht und mich darauf verlassen, das die Fahrerin (die barfuss fährt weil sie ihre hohen Schuhe zum Fahren auszieht) Fahrzeug und Piste beherrscht.
Zwei Stunden lang fahren wir durch ehemaligen Urwald, der für die landwirtschaftliche Nutzung gerodet wurde. Weiter vom Fluss entfernt wird die Rodung frischer bis hin zu Brandgeruch und einigen Feuern. Hier wird gerade neues Ackerland geschaffen, das dann nach zwei Jahren auch wieder nur noch als Wiese taugt. Erschreckend grosse Flächen und wir sehen hier nur einen Bruchteil des (ex)Regenwaldes, obwohl wir aus der Luft schon einige gerodete Flächen erkennen konnten. Aber wer hier lebt und sonst kein Einkommen hat interessiert sich warscheinlich nicht wirklich für den Erhalt des Waldes – ist ja genug da…
Irgendwann wird es wieder unberührter und wir kommen an einen der zahlreichen Seitenarme des Amazonas. Hier wird in ein Kanu umgeladen und mit zwei kleinen Motorkanus geht es weiter zur Lodge. Ein Kanu mit und eins ohne Dach. Ich interessiere mich spontan für die Cabrio Variante – die ist kleiner, schneller beladen und fährt sofort los. Dunkle Wolken kündigen das Befüllen des Flusses mit Regenwasser an und wollen den Besuchern zeigen, warum es Regenwald heisst. Wir sind aber schneller – sehen unterwegs Kaimane und düsen in Richtung Jungle Hotel. Dort gibt es erstmal Mittagessen – und einen ausgewachsenen Wolkenbruch. Die Anderen kommen 15 min später während wir schon bei hauchzartem Gulasch sitzen und haben den Regen mutig mit ihrer Kleidung aufgefangen damit er nicht in Kanu fliesst.