


Der Keller trocknet so langsam


Der Sandkasten unter dem Wohnzimmer

Meine ersten Baustellengäste – mit Catering

Und natürlich anschliessender Hilfe beim Rohre feströdeln. So haben wir es ohne Flutlicht fertig bekommen.


Weil Leerrohr auf den Deckenplatten verlegen und dabei zwischen die Eisenmengen zu fädeln, die der Statiker unbedingt im Beton versenken möchte, eine scheiß anstrengende und nervige Arbeit ist.
Zu, Glück haben Klaus und Hubert geholfen. Aber die hatten am Ende auch keinen Bock mehr.
Und morgen kommt Beton und alles wird wieder zugeschüttet. Hoffentlich hab ich mich nirgendwo vermessen…



Und so begab es sich, das irgendein Arschloch am letzten Wochenende auf den Bau ging und das Kupferkabel stahl…
Im Ernst – gehts noch? Der Polier ist so stinksauer, das ich hoffe er erwischt den oder die Täter nicht selbst, weil ich mir nicht sicher bin, wer oder was dann sonst noch so im frischen Beton landet.
Für 100 € Kupferwert mal eben über 1.000 € Schaden. Leider waren sie auch noch so „professionell“, das sie das Anschlusskabel aus dem vorher aufgebrochenen Anschlusskasten erst abgeklemmt haben, vor sie es durchtrennten.

Heute war die letzte Etappe von Garmisch nach Lindau. Bis kurz vor Scheidegg war schönstes Wetter, so das wir den letzen Pass der Strecke noch einmal geniessen konnten (Ich bin ihn gleich nochmal gefahren, wenn man schon mal da ist und wenig auf der Strasse los ist…)
Zwischendurch waren wir noch bei Petras Ferienhaus die Blumen giessen, weil der Gärtner grad Urlaub hat.

Ab da wurde es dann nass. Bis Lindau sind wir dann duch Wolkenbrüche und Gewitter gefahren und kamen äußerlich klatzschnass im Hotel an.
Eine heisse Dusche und leckere Fischplatte haben dann wieder Energie zurückgebracht.
Wir sind heute mal noch früher aufgestanden als sonst, weil die Wetterprognose für die Zugspitze ab 10 Uhr Nebel und Schlechtwetter vorhersagt.
Wir haben es so gerade noch hoch geschafft das wir halbwegs gute Sicht hatten. Die 20min die die Seilbahn wegen technischer Probleme gestanden hat hat uns dann an guter Sicht gefehlt.
Jetzt geht’s noch auf ne kleine Gletscherführung. Es ist übrigens angenehm warm und windstill hier oben.

Und endlich mal wieder eine funktionierende LTE Verbindung.

Leider ist der Abgrund etwas zu dicht an Horsts Rücken…
Wir haben natürlich nicht irgendeine Ferienwohnung – sondern eine ganz tolle. Das Haus ist nagelneu, es riecht sogar noch neu, und ist vom Feinsten eingerichtet (nur die Küchenmesser sind stumpf, sagt unser Koch). Trotzdem konnte er mit Hilfe der restlichen Ausstattung ein leckeres Essen zaubern.
Was es in Bayern aber anscheinend nicht gibt, ist eine gescheite Internetverbindung. Im Hotel in Tegernsee gabs schon nix und jetzt in einem Vorort von Garmisch ist auch eine offline Zone. Selbst die Verbindung über Festnetz ist grottenlangsam. Und dabei stellen sich die Bayern selbst doch immer so fortschrittlich dar – ist wohl Wunschdenken hier in den langen, tiefen Tälern …
Das heutige Etappenziel liegt mal nicht am See sondern am Berg. Das Berghotel Sutten südlich vom Tegernsee. Die Terrasse liegt direkt an der Skipiste, unterhalb vom Hotel geht der Lift hoch. Die Schneekanonen haben Sommerferien und die Schirmbar hat zu.
Dafür ist es hier wunderbar ruhig. Mobilfunknetz geht nicht und das Hotel WLAN ist unglaublich langsam. Entschleunigt halt…
Der Weg hierher entlang der Tatzelwurmstrasse und den Wasserfällen war eine schöne Bergstrecke für die Motorräder und hat wohl auch im Cabrio Spass gemacht.

Vorbei am Schliersee und Tegernsee ging es dann wieder in Richtung Süden in die Berge. Entlang der Seen ist es schon sehr touristisch. Viele Leute unterwegs und alles voller entsprächender Läden. Mir persönlich reicht da sehen im Vorbeifahren…
10km weiter und 400m höher sitzen wir jetzt alleine auf der Terrasse an der Skipiste in einem kleinen Hotel. Wirklich viel los ist hier nicht – perfekt!
Was mann hier ja nicht erwartet hätte, war eine wirklich gute Küche. Da hat der Betreiber sichtlich Spass, den Laden zu betreiben und leckere Sachen zu kochen.
Das war jetzt heute eher unspektakulär. 4h Fahrt von Speyer bis Rosenheim, Moppets ausladen und dann weiter bis Berchtesgaden.


Dann gabs natürlich zünftig Bayrisch ne Haxe und Hopfenkaltschale in Berchtesgaden. Für mehr reichte die Motivation auch nicht mehr nach der Fahrerei. Letztere hat ja zumindestens die Mädels auch noch durch Österreich geführt – ohne Pickerl. Wie es halt so ist, wenn man vor lauter Quatschen die Ausfahrt verpasst.

Dieses Bild braucht keinen weiteren Kommentar:

Das ging ja schon gut los. Wer kennt sie noch – die Werbung mit dem blauen Kanister … I´m walking …
Die blöde Tankanzeige hat mich betrogen – hat doch nicht mehr gereicht bis Wörth. Nicht im Bild: Der Platzregen der kurz vorher noch veranstaltet wurde, bevor mich die Sonne in den dicken Klamotten beim Spaziergang über die B10 gegrillt hat.

Wir sind auf dem Rückweg im ICE nach Mannheim. Später als geplant weil ein ICE wegen einer Baustelle ausgefallen ist.
Bei schönem Wetter in Heathrow gestartet und bei Regen gelandet. Während des Check in erreichten uns Fragen aus Deutschland wegen irgendeiner Explosion in der U-Bahn. Aber weder auf dem Weg zum Bahnhof noch auf dem Flughafen hat man irgendwas gemerkt, das etwas passiert ist. War ja wohl auch nix großes…
Jetzt noch ne S Bahn Fahrt und dann sind wir wieder zu Hause.
Ach ja: Ich hatte London als eine schmutzige Stadt mit herumwehenden Müll in Erinnerung. Aber das ist 15 Jahre her. Zumindestens der Kernstadtbereich ist sehr sauber. Auch sind alle Eisenteile ordentlich gestrichen.
Das kunstvolle Klempnern – im Englischen auch plumbing genannt – wurde in London zur Perfektion getrieben. Diese Kunst der Verrohrung habe ich in einer monumentalen Bilderserie festgehalten, die wohl an keinem anderen Ort der Welt hätte entstehen können. Bei manchen Rohrstücken bin ich nicht sicher, ob das Wasser oder was immer da durchfließt stellenweise nicht auch entgegen der Schwerkraft bergauf fliessen muss. Der Engländer an sich war ja schon immer exzentrisch, vielleicht sind es seine Hinterlassenschaften auch, denn das sind nicht alles Rohre der Dachentwässerung.

Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass es sich um Stahlrohre handeln muss… habs aber nicht kontrolliert
Und noch ein Highlight aus längst vergangenen Tagen: Ein richtiges Scheißhaus mit Spülung oben. (War aber sauber)
Wenn ein Engländer Eisen sieht, überkommt ihn sofort ein unbändiger Drang, selbiges schwarz zu lackieren. Es ist schon auffällig, die Eisenzäume in Vorgärten, Laternenmasten, Stahlträger – alles ist dick schwarz lackert. Auch in mehreren Schichten. Damit sieht man nirgendwo Rost.
Sieht auch toll aus, keine Frage, aber lustig ist es schon, das es nicht auch manchmal Mattschwarz oder Verkehrsschwarz ist. Vielleicht haben sie auch einfach Angst, die könnten den falschen Farbton treffen und etwas in Signalschwarz (gibt es wirklich als RAL 9004) streichen. Deswegen gibt es bestimmt nur einen einzigen Farbton (ok, streng genommen ist Schwarz gar keine Farbe, sondern nur ein Helligkeitswert) in ganz England. Den Rest kauft eh keiner.
Erst Kunst in der Tate Modern und dann Karma im Neasden Hindu Tempel.
Museen und Galerien sind in London kostenlos. Dafür gibt es zum Beispiel moderne Kunst in der Tate Modern. Gibt ein paar beeindruckende Gemälde und für den der es mag auch Installationen. Aber da komm ich mit Dali besser klar als mit arrangierten Wollfäden oder Alltagsgegenständen. Wobei – ein 10m hoher, runder Riesenturm aus Radios und Durcheinandergebrabbel aus den Radios mit dem Namen Babel fand ich schon beeindruckend. An Bildern war auch einiges sehenswertes dabei. Besonders beeindruckend war das hier:

Ist von 1953 und vom Thema her heute noch so aktuell wie damals. Wirkt in Originalgröße mit 10m Diagonale in einer Halle wesentlich beeindruckender als im Foto.
Dann gings nach Neasden zum riesigen Hindu Tempel. Beeindruckendes Bauwerk aus Marmor. Innen entsprechende Ruhe und mal was Anderes als die uns bekannten Kirchen. Die Figuren halt indisch kitschig aber trotzdem eine ehrfürchtige Atmosphäre wie in einer Kirche, nur anders.

Passend dazu dann indisch essen – war OK aber in London mit seinen zahlreichen indischen Restaurants hatten wir mehr erwartet.
Dann halt wieder in den Pub. Ich hab Guinnesdurst und Petra Nachtischhunger (neben ihrem Bierdurst). Blöd, das Spiel Arsenal – Köln verschiebt sich um ne Stunde. Also noch ein Warteguinness…
Nach dem Frühstück ging es nach dem Tip von Simone hier los





Ein cooler Markt voller internationaler Stände. Wichtig: Vorher nichts essen – hier gibt es so viel verschiedene Läden mit Essen aus allen Ländern. Und überall riecht es lecker. Am Ende waren wir bei einem Franzosen.
Dieser Fisch fand es doof auf dem Markt

Street Art können sie dort auch



OK, nicht gemalt, sieht aber auch gut aus
Dann gings zurück in die City, erstmal im Cafe was essen. Es war ja schon fast Tea Time

Nach einer ausführlichen Pause dann noch Soho unsicher machen und dann war es Zeit zum Essen. Gestern haben wir ein Schweizer Paar getroffen, die uns ein Fischrestaurant in Soho empfohlen haben. Natürlich vertrauten wir der Expertise der gebirgigen Seefahrernation – und sie haben nicht zu viel versprochen. Cooler Laden und leckere, frische Garnelen. Wir waren grad noch rechtzeitig da, bevor die Bude rappelvoll war.
Dann wurd es langsam Zeit, sich zu dem Pub in unserem Viertel zu bewegen. Pünktlich zum Spiel Tottenham vs. BVB waren wir da. Das Guinnes war schön kalt und dann passten auch noch ein paar Fritten dazu.
Unser Hotel im schicken Notting Hill ist ja frisch renoviert und soweit ganz nett.
Ich dachte aber bisher, Stockholm hätte kleine Zimmer. Aber in einem Londoner Altbau sind sie richtig klein – auch wenn alles frisch renoviert ist.
Das Bett steht mit drei Seiten an der Wand, das Bad ist winzig, beim Duschen flutet man die Hälfte und man kann vor dem Waschbecken sitzen – somit auch geschäftliche und zahnhygienische Vorgänge zeitgleich mit dem von der Dusche herüberspritzenden Wasser zur Haarpflege kombinieren. Muss man aber zum Glück nicht.
Heute mal Touriprogramm. Nach dem Kulturteil am Montag war heute Touristenprogramm mit Hop on Hop off Bus. Schön oben im Doppeldecker ganz vorn. Gucken, gefahren werden und dabei was erzählt bekommen. Zwischendurch mal aussteigen, was zu Fuss angucken und dann ein Stück mit dem Schiff zur Tower Bridge weiter. Am Ende wegen Fußlahmheit und allgemeiner Ermattung wieder in den Bus und einfach ne ganze Runde sitzenbleiben.
Zum Abschluss noch lecker persisch essen – die Auswahl hier ist schon international. Und nach zwei Tagen englischem Essen müssen wir uns ja auch um die Kolonien und so kümmern.
Coole Erfindung – mit dem Fahrrad durch London. An allen Ecken stehen hier Fahrradvermietstationen. Für 2 £ am Tag kann man so oft man will ein Fahrrad für 30 min mieten und einfach an einer anderen Station wieder abgeben. Mann muss nicht erst Tube fahren oder km weit laufen um von A nach B zu kommen. Nur beim Fahren im Linksverkehr muss man sich ein bisschen konzentrieren.
Das letzte Konzert in London haben wir unwiederbringlich verpasst. Bleibt noch die Ausstellung.


Aufblasbare Figuren – das Schwein passte nicht in die Halle



Die Quelle für den Surround Sound – analoge panning Joysticks





Am Ende dann noch ein bisschen Konzertatmo mit Rundumprojektion und relaxtem auf dem Boden sitzen bevor es wieder raus in die Realität geht.
4min Video <<<<<<<<<<
Sitting in a pub, having beef pie and a beer. Finest british food.
Wir sind auf dem Rückweg. Rügen ist eine wirklich schöne Insel. Alles in einem Top gepflegten Zustand. Wir hatten Glück und waren genau zwischen den beiden langen Wochenenden dort – es war überall schön leer. Die Infrastruktur lässt erahnen welche Menschenmassen die Insel versorgen und bespassen kann.
Das Hotel war super – sowohl die Lage als auch das zuvorkommende Personal. Das Wetter hat mitgespielt und wir hatten ein paar schöne ruhige Tage in der Sonne. OK, und im Wind.

Das letzte Sonnenfoto – ab Rostock wurde es grau.
Jetzt geht es weiter zur Zwischenstation in Hannover wo heute Abend noch eine Party steigt bevor wir morgen weiter nach Hause fahren.
Für den letzen Tag auf Rügen haben wir uns etwas besonderes einfallen lassen: Shoppen und am Strand liegen.
Das Wetter hat natürlich mitgespielt und den Wind auf ganz kleine Stufe gestellt, die Wolken weggeschickt und die Sonne aufgedreht.
Petra hat sich erstmal in ‚Petras Modeladen‘ ein Kleid gekauft und dann sind wir mit ner Schale frischer Erdbeeren in einen Strandkorb umgezogen.
Unsr Hotel in bester Strandlage
Bin beim übers Wasser gehen nur bis zu den Waden eingesackt
Selfie mal anders
Nie wieder so ein untermotorisiertes Spielzeug zum Fortbewegen. Ich dachte das wäre ganz spassig, aber für mehr als zum Brötchen holen im Ort taugt so ein Teil nix. Und der Händler hätte sogar ne 125er gehabt. Hab unterwegs zwei Reiter beneidet. Und den Kutscher am Kap mit den zwei Friesen vor seinem Planwagen. Die kamen besser voran. Und Zwieback kann man einfach durchbrechen, der muss nicht gesägt werden.
Nächste Woche packe ich Petra aufs Motorrad, damit sie nicht glaubt Zweirad wäre immer so langweilig.
Heute war Radtour angesagt. Bei leichter Bewölkung, 20 Grad und 3 Beaufort – in Böen 6. Da hilft der Motor vom E Bike um den stellenweise echt fiesen Gegenwind zu bezwingen.
OK, das hier ist eine frühe Version von E Bike

Kleine entspannte Dörfer im Süden der Insel



Strände machen können die hier


Und nach 36 km Radfahren gabs dann zwei Saunagänge im Hotel und dann lecker Abendessen.
Schon schick, was man vor 100 Jahren so gebaut hat um den Städtern aus Berlin Erholung zu ermöglichen.
Villa Fernsicht ist Irreführung, man kann von hier gar nicht weit gucken
Die Strandkörbe an unserem Hausstrand müssen wir noch probeliegen
Die mondäne Seebrücke in Sellin, direkt vor unserem Hotel.
Auf n Fischbrötchen an die Elbe…
Erstmal n Blick auf die Hafencity werfen

Oder doch lieber in der alten Speicherstadt rumlaufen?

Bei blauem Himmel natürlich


Krane gibts auch (hab heute Spaß an ungewöhnlichen Perspektiven)

Und natürlich die Elphi angucken

Hier hilft die Wand beim Selfies machen

Die Plaza mit Blick auf die Landungsbrücken

Und dann auf ne Paella ins Portugiesenviertel. Dat war mal lecker. Noch n Bier an der Alster und dann ab ins Hotel.
Immer ein grosses Thema, wenns um Brasilien geht. Aber wo wir uns aufgehalten haben kam uns nichts unsicher vor. Und im Strassengedränge von Rio wird genauso auf die Tasche aufgepasst wie auf Libori oder in der Düsseldorfer Altstadt. OK, wir haben die Warnungen ernst genommen nicht nachts in unbelebten Vierteln unterwegs zu sein, aber da waren wir eh schon beim Caipi an der Bar angekommen.
Den Leuten im Djungel hätte ich glaub ich meine Fototasche zur Verwahrung geben können und sie hätten sie gegen alles verteidigt was kommt und mir anschliessend ungeöffnet zurückgegeben.
Geschäfte haben überall Videokameras und die verschiendenen Polizeieinheiten sind relativ präsent und führen auch schon mal Strassensperren mit Kontrollen durch. Oftmals auch bewaffnet wie ein Einsatzkommando.
Das Land hat eigentlich ein riesen Potential durch seine Größe und die einzigartige Natur. Aber anscheinend kriegen sie es nicht gebacken, das zu nutzen. Wenn etwas professionell neu gemacht wird, ist es auf der Höhe der Zeit. Zum Beispiel die Parkleitsysteme in den Malls oder die Renovierung der Strassenbahn nach Santa Teresa. Aber ab dem Zeitpunkt der Fertigstellung wird scheinbar nichts mehr gepflegt und alles bleibt auf dem Stand bis es zerfällt. In Rio und Manaus stehen schöne alte Häuser aus der Kolonialzeit. Bei uns fiele das unter Denkmalschutz, hier verfällt es nur. Maximal wird die Fassade ein bisschen schön gemacht. Im Detail gammelt es. Läuft irgendwo Wasser rein, läuft es naturgemäß auch irgendwo wieder raus – Thema erledigt. Ob dabei die Substanz draufgeht interessiert scheinbar niemanden. Die gerade frisch renovierte Strassenbahn wird warscheinlich in den nächsten 25 Jahren auch nicht mehr neu gestrichen.
In Manaus werden derzeit die Strompreise um 50% erhöht. Alle regen sich auf, aber nutzen Klimaanlagen die teilweise noch aus der Kreidezeit stammen. Direkt unter dem Gebläse steht die Eingangstür sperrangelweit offen. Und selbst wenn die zu ist, Wärmeisolierung gibt es nicht. Alles ist einfach verglast, durch die Ritzen zieht es oder regnet rein oder beides. Aber es kommt ja auch kalte Luft, passt doch…
Leider lässt sich beides nicht kombinieren. Am Strand ist es laut. Neben uns vier Österreicher. Aussehen und Gelaber wie bei den Geissens. Wir flüchten mitsamt Liege so das das angenehm gleichmässige Motorengeräusch der Wasserpumpe das Gequassel übertönt. Dann sind da die ganzen Verkäufer, die man zwar igrorieren kann aber irgenwas sagen tun sie ja immer. Einer schreit immer AQUA, CERVECA als wenn er noch das Messer von dem Typen im Rücken hätte, dem er das letzte mal auf die Nerven ging.Wellen, feiner Sand und Wassertemperatur sind wieder super. Trotzdem ziehen wir nach 2,5h auf die Dachterrasse des Hotels um. Da ist ein Pool, ruhige HIntergrundmusik und man kann relaxen.
Da die Lufthansa ja mal wieder wegen Streiks nicht fliegt sind wir auf eine spätere BA Maschine umgebucht. Mehr Zeit zum Rumhängen – sonst müssten wir jetzt schon los.
Eine Katastrophe – Brasilianer können keinen Kaffee kochen. Gescheiten Espresso gibts nur im Belmont in Iguacu, bestellt man aber einen doppelten Espresso bekommt man eine Tassee Kaffee. Ansonsten bekommt man Filterkaffee oder etwas aus einem durchschnittlichen Vollautomaten – schmeckt aber oft nicht wirklich überzeugend. Kaffee ist im allgemeinen sehr stark und Geschmacklich so lala. Hier im Hotel war er sogar schon gesüsst. Ich musste ihn zwei mal zurückgehen lassen bis er geniessbar wurde (ich trinke grundsätzlich ohne Zucker). Aber eine Grundsüsse scheint der Kaffee eh zu haben. Was freu ich mich auch die Maschine zu Hause…
Die Sicht war einigermassen klar, also erstmal mit der Seilbahn auf den Zuckerhut. Perfektes Timing, es war noch nicht viel los. Schöne Aussicht von oben. Dann mit dem Taxi nach Santa Teresa. Immer noch alte Häuser aber diesmal mit Hanglage und ein Künstlerviertel. Dementsprechend ist es zwar rummelig aber die Leute haben eine Sinn für Ästhetik (Künstler halt) und es gibt kleine Läden mit teilweise echt schönen Sachen und kleine Restaurants und Bars. Dort fuhr auch mal eine historische Strassenbahn. Diese wurde gerade rundum restauriert (vermutlich für Olympia) und sie schien im Probebetrieb zu laufen. Jedenfalls wurden wir reingewunken und sind dann zurück ins Zentrum gerumpelt. Auch dort waren die Kassen noch zu. Dafür alles in frisch gestrichenem Zustand – ein schon lange nicht mehr gesehener Anblick.Von dort weiter zur Christusstatue. Es geht mit einer 100 Jahre alten Zahnradbahn hoch. Oben dann wie erwartet hunderte von Menschen, die nur ein schnelles Selfie machen und vergessen den beeindruckenden Ausblick zu geniessen. Auf dem Boden liegen Leute rum um ihre Begleiter mit der Statue im Hintergrund zu fotografieren, alles ein ziemliches Gewusel von Leuten. Muss man gesehen haben aber als wir auf dem Rückweg sind haben wir die Faxen dicke von den Menschenmassen. Für abends haben wir einen Tisch in der Churrasceria Palace gleich um die Ecke. Das ist ja auch immer Eventessen. Wie Sandra sagte: Die Kunst ist, sich nicht hetzen zu lassen. Einfach die Leute immer weiterschicken bis wieder ein Spiess mit etwas vorbeikommt das man grad haben möchte. Wirklich gemütlich ist sowas nicht – dafür wird zu viel herumgerannt. Aber die verschiedenen Rind- und Lammfleischsorten, gerade mal Medium und teilweise auf mobilen Grills am Tisch fertiggebraten sind der Hammer. Vollgefuttert gehts nach einem Abschlusscaipi auf dem Dach ab ins Bett.













… gibts hier nicht. In Curitiba fahren keine im Strassenverkehr rum. Nur Motorräder. Ein paar Sportradler haben wir im Park gesehen. In Manaus gabs gar keine, dafür auf dem zentralen Platz mit dem Sonntagsgerummel so eine Art Fahrradwurm aus verkoppelten Sulkys. Vorne ist ein Dreirad, dort sitzt der Fahrradkundige mit Brems- und Lenkbefähigung. Jeder hat Pedale und dann wird eine Runde um den Platz gefahren. Sieht lächerlich aus – aber für Leute die niemals nicht Fahrrad fahren scheint das spannend zu sein. Die zahlen sogar dafür.
In Rio gibt es an der Strandpromenade wieder einige Radler – aber als Verkehrsmittel scheint das nicht zu dienen. Auf den Strassen sieht man keine.

Die Statue thront so hoch über der Stadt, das sie von verschiedenen Orten immer mal wieder zu sehen ist


Ein Baumarkt in Rio. Vorne Zementsäcke (hier noch ein Zentner) und im hinteren Teil alles an Kleinkram vom Klodeckel über Rohrschappeln bis zu Kabelrollen.

Autowerkstätten sind einfach schmale Läden die kein Laden sind sondern eine Werkstatt. Rampen an die hohen Bordsteinkanten, Hebebühne rein und los gehts

























Ein paar Schritte zum Strand, vom Hotel-Angestellten eine Liege zurechtrücken lassen und die Sonne genießen – so lässt es sich an der Copacabana aushalten.
Aus Gewohnheit aus dem Belmond-Hotel in Iguacu nickt man freundlich, wenn einer vorbeikommt und etwas anbietet. Aber hier kann das etwas zum Verhängnis werden, da man dann mit Selfie-Stick und Ersatz-Akku, großem Tuch oder neuem Kleid, einer Hängematte, Schmuck, Sonnenbrillen, neuem Bikini oder wer weiß was nach Hause geht und das dann auch bezahlen muß. Hier also nur Lächeln und Abwinken dann gehen sie weiter ohne einen weiter zu behelligen. Für eine Abkühlung sorgt dann noch einer, der mit nem Caipi vorbeikommt, aber dann ist es blöd, wenn man aus Vorsichtsgründen das Geld im Hotel gelassen hat….
Morgens gibts auch Caipi am Strand!
BRASILIEN IST LAUT!
Im Urwald grillen zirpen die Grillen die ganze Nacht und unmengen von Vögeln erzählen sich tagsüber was. Ein Vogel macht sogar Geräusche wie Einbruchsalarm im Nest.
In den Städten dröhnen die alten Dieselmotoren der LKWs. Und in Rio ist es besonders heftig. In den engen Häuserschluchten dröhnt es nochmal so laut. Geschäfte beschallen die Strasse mit Musik und auf einem Riesigen Markt und Einkaufsbereich in der City wo es wirklich alles zu Kaufen gibt, sind sogar die Strassen mit Außenlautsprechern mit Radio oder sowas beschallt. Nach 2h will man nur noch weg.
Die Krönung dann am Strand: Ist ja alles ganz toll ABER: Es stehen Duschen mit Süßwasser herum – toll wenn man aus dem Atlantik kommt um das Salz abzuwaschen. Die Duschen haben keinen Abstellhahn, sie laufen ständig. Das Wasser versickert sofort im Sand – das ist nicht das Problem.
In ermangelung von Wasserdruck in der Stadt wird der Druck um das Wasser auf die 2m Duschkopfhöhe zu heben mit einer Pumpe erzeugt, die daneben steht. Da es am Strand naturgemäß wenig Steckdosen für Wasserpumpen gibt, läuft einfach die ganze Zeit eine Motorpumpe und knattert rum. Wenn doch schon eine Wasserleitung von der Strasse liegt, warum dann nicht auch ein Stromkabel für eine leise Pumpe? So etwas bescheuertes hab ich noch nicht erlebt. Als um 5 Uhr die Dusche abgestellt wurde (oder das Benzin alle war) konnte man sogar das Meer rauschen hören.
Nach unserer Ankunft und einem kurzen Nickerchen haben wir uns noch auf den Weg gemacht, den Stadtteil Copacabana zu erkunden. Neben dem riesigen Sandstrand, an dem die Leute einfach rumliegen und die Sonne genieße oder joggen, Fussball oder Beach-Volleyball spielen liegt ein belebtes Wohnviertel. Einkaufsstraßen nicht nur für Frauen, sondern auch Auto-Werkstätten, Baumärkte oder andre Geschäfte des täglichen Bedarfs, und nicht zu vergessen, Geschäfte mit einer Auswahl an frischem Obst, von denen wir in Deutschland nur träumen – frisch gespresster Maracuja-Saft ist bei dem Rundgang eine willkommene Erfrischung.
Zum Abschluss unseres ersten Grossstadt-Tages sitzen wir an der Copacabana und essen fritierte Meeresfrüchte (man weiß ja nie…) und genießen auf der Dachterrasse unseres Hotels (13.Stock) einen Caipirinha als Schlaftrunk mit Blick auf die Christus-Statue.
Nachtrag von Marco: Die Brasilianische Art des Frittierens hat zur Folge das ich das Gefühl habe eine Mischung aus Beton und PU Schaum im Magen zu haben. Morgen gibs was Gescheites!
Man sollte Brasilianisches Klopapier alle 2 cm Perforieren, da es an dieser Stelle garantiert niemals reißt. Es fluddert grundsätzlich zwischen den eigentlich als Sollbruchstelle gedachten Perforationen auseinander.Das Zeug ist echt für´n Arsch.
Der Typ der sich das Papier zum Hände abtrocknen ausgedacht hat, war wohl vorher mit der Produktion von Telefaxpapier beschäftigt. Der größte Unterschied zwischen den Sorten ist, das die Handtücher genau wie das Klopapier schnell reisst. Dafür nimmt es kaum Wasser auf.
Für heute Morgen haben wir uns tourmäßig abgemeldet. Einfach nur den Vormittag bei Sonnenschein abhängen, in Ruhe Packen, Blog schreiben und heute Mittag gehts dann zurück in Richtung Manaus.
Das war den Extratag echt wert. Einfach mal im Djungel abhängen. Da alle anderen Gäste auf ihren Touren waren, war es richtig ruhig. Magnim fand das nicht weiter ungewöhnlich, unser Fahrer in Manaus konnte später kaum glauben das wir freiwillig nichts tun wollten.
Der Rückweg wurde dann wegen des weiter sinkenden Wasserstandes langsam kritisch. Wir waren wieder mit dem Motorboot – also ein Alukanu mit Aussenborder – unterwegs und hatten zwischendurch sowohl mit Boot als auch mit Propeller Grundberührung. Der Fahrer ist wilde Schlenker gefahren weil er die noch halbwegs tiefen Stellen kennt. Innen haben wir noch die Sitzordnung geändert um etwas günstiger zu trimmen. Letztlich haben wir es aber in tiefes Wasser geschafft.

Dann hiess es Umsteigen in den Bus. Das Teil ist tatsächlich mit serienmäßigen Sitzplätzen für 12 Personen ausgestattet. OK, viel Kofferraum beibt nicht übrig und es ist geräumiger als ich gedacht hab. Im Stand ist es drinnen unerträglich heiss, in Bewegung zieht aber genug Fahrtwind rein. Das die Profiltiefe der Reifen bei unter 1mm lag muss sicher nicht extra erwähnt werden.
Wir haben dann noch in Manaus auf dem Platz vor dem Theater abgehangen bis es Zeit wurde zum Flughafen zu fahren. Das war wieder langsames Gewöhnen an grosse Menschenmengen.
Aber: Es ist Sonntag – der Tag an dem man seinen Hund oder seine Kinder ausführt. Ja, so sieht es hier wirklich aus. Der Platz gleicht einem Jahrmarkt. Kinderbespassung mit einem Dauerquasselnden Moderator über zu laute Lautsprecher die irgendwelche Spiele machen. Die Eltern sitzen in bestuhlten Zuschauerreihen. Popcornstände, Zuckerwatte und LED Blinkzeugshändler, viel Polizeipräsenz und dazwischen leute die ihre aufgetakelten Kleinkinder bei Fuß führen – ähnlich ihren Hunden. Entweder zu fuss oder das Kind fährt ein elektrisches Plastikdreirad. In beiden Fällen unterscheitet die Mutter niemals den Höchstabstand zum Kind von 15,6cm und greift natürlich auch ständig in den Lenkprozess ein. Das bestätigt Sandras Aussage, das die Zwerge völlig verhätschelt werden, konnte man hier 3h lang wunderbar beobachten. Die Krönung war ein Vater, dessen Kind in enem Plastikauto (mit Licht) sass. Das Kind hatte keine eigene Lenkung – die hatte der Vater in Form einer Funkfernsteuerung in der Hand und liess den Kleinen so in eimem Zickzackkurs ständig über den Platz rumpeln. Was soll aus denen mal werden … ? Erinnern wir uns an den Bolzplatz im Urwald und die (allerdings etwas älteren) Kinder die alleine durch den Fluss waten und Boot fahren…..
Irgendwann nervte der Lärm nur noch, die Müdigkeit kam und wir waren am Ende froh endlich im Flieger zu sitzen.
Ich neige ja dazu, für alle Eventualitäten mein eigenes Zeug dabei zu haben. Merkt man dann auch am Rucksackgewicht. Ist mir aber egal, das eigene Moskitonetz mit eigenen Kopfkissen und Innenschlafsäcken ergibt ein komplett eigenes Bett. Da hier alles klamm ist, eine angenehme Sache im eigenen feuchten Zeug zu schlafen. Ausfallenden Strom und fehlendes Trinkwasser konnten wir schon mit eigenen Akkus und Wasserfilter kompensieren. Ein Tesa Powerstrip hält jetzt den nervigen Fensterladen der immer halb zuklappte und im Weg stand und das Moskitonetz hängt am mitgebrachten Haken. Handtücher gab es erst am zweiten Tag, weil keine trockenen da waren, aber auch da tut das eigene Reisehandtuch seinen Dienst. Der Anhalter empfiehlt ja ohnehin grundsätzlich immer ein Handtuch dabei zu haben, was ich hiermit als absolut richtige Empfehlung bestätige. Der kundige Leser weiß was ich meine.

Die punkigen Typen sind Hoatzine



Wie man in der Matsche die Flügel so schön sauber halten kann ist mir schleierhaft



Ein ganz unscheinbarer Geselle, der überall an der Uferlienie herumläuft und den Schlick nach Futter durchsucht. Im Flug zeigt er dann seine leuchtenden Federn .






Der gemeine Squirrel Monkey