Nachtrag zum 1. Tag:
660 km sind scheiß weit. Und langweilig, wenn man nur Strecke machen möchte. Hat zwar gut geklappt aber ist reines Kilometerfressen ohne weiteren Spaß.
Der Campingplatz am Chiemsee war wirklich der Hammer und den Geheimtip wert. Alle sehr nett – keine typischen Dauercamper, sondern richtige Reisende….
Zelten 15m vom Wasser entfernt und morgens frische Brötchen.
Wir haben es knapp geschafft im Trockenen abzubauen, weil dann mußte es regnen…
Dementsprechend blöd war heute der Tagesauftakt. Bis nach Österreich rein Regen bis wir nass waren – man kennts ja nicht anders….
Gegen Mittag wars dem Regen zu dumm. Er konnte uns nicht ärgern also klarte es auf und es ging bei 18 Grad und Sonnenschein in Richtung Hohe Tauern.
Die Überquerung des Großglockner Hochalpenpasses lassen sich die Österreicher mit 22 € fürstlich entlohnen, dafür gibts aber einen offiziellen Aufkleber für den Koffer gratis.
Gelohnt hat es sich aber. Bei bestem Wetter auf 2700m über NN hoch und hinten wieder runter.
Geniale Aussicht, gute Straße, wenig Verkehr. Sogar Radfahrer – wie wahnsinnig….
Oben natürlich Schnee. Darin bin ich dann verunfallt. Mal sehen was daraus noch wird….
Da macht man eine Motoradtour über eine nicht einfache Paßstraße, hält zum Fotostop und dann…
Am höchsten Punkt der Straße beim Klettern im Schnee bin ich mit dem rechten Bein schlagartig bis zur Hüfte eingesackt und hab mir das linke Knie verdreht. Wie blöd…
Und dann versuch mal Dich selbst aus dem Loch rauszuschälen… Muß gut ausgesehen haben, denn Mark hat die ganze Zeit fotografiert….
Ist aber nicht dick. Motorradfahren geht super, laufen geht so…. Da weiß ich wenigstens die große Tube Voltaren aus der Reiseapotheke zu schätzen…..
Weiter gings durch superschöne Landschaft in Richtung Italien und nach Slowenien. Da gings dann nochmal richtig los: Eine Traumstraße durch den Nationalpark. 49 Haarnadelkurven auf schmaler Straße. Das war richtig Arbeit. Zumal die wirklich so schmal waren, daß es fast dem Wenden auf der Straße entsprach. In 1600m Hohe dann auf einmal Schafe an der Straße.
Das Navi wollte uns einmal auch über eine der hier häufiger vorkommenden Hängebrücken lotsen. Das Ding war als Weg eingezeichnet. Aber mit den Koffern dran dann doch zu schmal…
Was die Alpenüberquerung landschaftlich schön war und nett zu fahren, war das hier fahrerisch ein Traum. Auf den ganzen 70km nur eine Handvoll andere Fahrzeuge.
Danke an BMW für den starken Boxer in meiner GS – ich konnte fast alles im 2. Gang rauf und runter fahren. Mark hat das Getriebe durchrühren müssen – dementsprechend ging es der armen Kupplungshand…
Ich glaub auf der Strecke hab ich die ganze Zeit im Helm gegrinst. Und als wir unten waren wollte ich nochmal. Aber Mark nicht mehr – die Hand…. Er möchte auch nochmal, aber nicht jetzt….
Der Campingplatz ist wieder ein Glücksgriff. Am Fluß gelegen, Berge drumrum und ein Restaurant, das sich hoffentlich in den nächsten Minuten mit der Zubereitung unseres wohlverdienten Abendessens beschäftigt. Die Gäste sind viele Kanufahrer und keine Wohnwagen. Also wie es unserer Meinung nach sein sollte.
Aus unerfindlichen Gründen hat es eben angefangen zu regnen – aber das war angesagt und hört hoffentlich morgen wieder auf.



