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Norge

Fisch

So, das eher langweilige Mittelnorwegen haben wir nach 2 Tagen Kilometer fressen hinter uns gelassen. Ab Morgen sollte es wieder etwas interessanter werden.
Die Altstadt von Trondheim war mit den Speicherhäusern am Hafen ja schon mal ganz nett. Da gab es auch ein Café mit einem hervoragenden Kuchen. Die packen überall Zimt dran. Einfach genial lecker.

Die Strecke bis Kristiansund war dann wieder unspektakulär bis langweilig. Immerhin bis auf wilklich kleine Regenschauer trocken und warm aber stark bewölkt. Gutes Motorradwetter halt.
Es gibt zwei Situationen, in der der Regen nicht soooo schlimm ist: beim Fahren (weil, da ist man wasserdicht verpackt) und im Zelt im Schlafsack (weil auch warm und wasserdicht). Beides ist nicht toll, aber war auch eingeplant.
Wo Regen doof ist, ist bei Fotostops oder wenn man sich was angucken möchte. In diesen Situationen hatten wir bisher meistens einigermaßen Glück. Bis auf die Lofoten vielleicht. Da gibts nur Bilder mit Grauschleier.
Und wo Regen absolut stört und verboten gehört ist, während man auf- oder abbaut, sein Zeug aus- oder einpacken muß oder beim Kochen und essen draußen. Dann ist man ungeschützt, es pladdert in die Taschen rein, das Zelt ist naß und es ist einfach eklig.

Na jedenfalls haben wir uns nach dem Fahrtag heute wieder eine Hütte gemietet, sind nach Kristiansand in den Hafen gefahren und haben in einem von 2 Reiseführern empfohlenen Restaurant Fisch gegessen. War super, empfehle ich auch.
Dann wieder zurück in unsere Hütte im Wald. Echt gemütlich hier. Mit Campingplätzen hatten wir bisher eigentlich immer ein gutes Händchen bzw gute Empfehlungen.

Apropos Camping: Der geneigte Leser wird ja in der Regel beim Thema Campingplatz die deutsche Version im Kopf haben. Vergiss es!!!! Völlig falsche Baustelle.
In Deutschland ist der Campingplatz ein Ort wo sich Dauercamper mangels eigenem (Schreber-)garten in ihren abgeteilten Stellplatzparzellen mit gefliestem Vorzelt zum Grillen treffen. Durchreisende Motorradfahrer stören die Ruhe. Diese nichtrepresentative Studie haben wir auf unserer Testtour an der Mosel durchgeführt. Für den deutschen Camper ist es eine Zumutung von einem in schmutziges, schwarzes, rüstungsähnliches Zeug gewandeten Rocker mit der aktuellen Tageszeit angeredet zu werden. Geschweige denn wird sich ein deutscher Camper dazu herablassen ein Gespräch mit diesem fahrenden Volk zu führen.
In Skandinavien (oder auch anderen Ländern wie Australien) ist der Campingplatz ein Ort, wo Reisenden ein Platz zum Übernachten und ein beheiztes Klo (beides oft in guter geografischer Lage) zur Verfügung gestellt wird. Des Weiteren in der Regel ein Gemeinschaftsraum mit Koch-, Spül- und Waschmöglichkeit. Hier trifft man die anderen Leute die im Zelt pennen müssen und kommt ins Gespräch. Hat mit den mir in Deutschland bekannten Campingplätzen nix tu tun, außer das beides Campingplatz heisst.